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Demut vor deinen Taten Baby
Theaterstück von Laura Naumann

Regie: Andreas Krüger
Regieassistenz: Patrick Borchardt

Abschlussproduktion März 2017 der Theaterakademie Mannheim
mit Ayca Basar, Viola Becker und Larissa Blanz


 

Wie es euch gefällt
Schauspiel von William Shakespeare

Regie: Silvana Kraka

Sommertheater 2015 im „Felinahof“ der Theaterakademie Mannheim.


Wie es euch gefällt von William Shakespeare
ein musikalisches Sommerabendhofspektakel der Theaterakademie Mannheim, es spielen und singen Schauspielstudenten des 5. – 7. Semesters
Ein Herzog ist von seinem Bruder entmachtet worden und in den Ardenner Wald geflohen. Rosalind, die Tochter des verbannten Herzogs, musste ebenfalls fliehen. Sie verkleidet sich als Mann, nennt sich Ganymed und kauft mit ihrer Cousine Celia und dem Narren Probstein eine Schäferei, wo sie mit den Schäferinnen Corinna und Audrey die Seele baumeln lassen. Hier findet sie an den Bäumen Zettel mit Liebesgedichten. Sie stammen von ihrem Geliebten Orlando, der, gleichfalls von seinem Bruder Oliver betrogen, in den Wald geflohen ist und Rosalind nicht vergessen kann. Rosalind beginnt mit ihrem Geliebten ein raffiniertes Versteckspiel. Obendrein hat sich die Schäferin Phoebe in »Ganymed« verliebt, die vom melancholischen Jaques demütig verehrt wird, der die Welt für eine Bühne hält. Wie soll das bloß enden? Wie es euch gefällt!

Viel Lärm um nichts
Schauspiel von William Shakespeare

Regie: Silvana Kraka
Regieassistenz: Patrick Borchardt, Franzi Karker
Choreographie: Mario Heinemann Jaillet

Sommertheater 2014  im „Felinahof“ der Theaterakademie Mannheim.


Crash Kids
Schauspiel von Marcus Romer

Regie: Patrick Borchardt
Choreographie: Mario Heinemann Jaillet
Übersetzung: Jürgen Flügge

… “Crash Kids” ist beinahe zu einem Lehrstück – sofern man das Theater noch als Bildungsanstalt sehen mag – über den Unsinn der Klischees geraten, innerhalb derer sich Menschen von Generation zu Generation weiterbewegen. Der Stoff, aus dem die (unvermeidlichen) Dramen sind.” (Westdeutsche Zeitung, 18.09.01)
“Die schnell geschnittene, ellipsenartige Struktur der Vorlage des englischen Schauspielers, Autors und Regisseurs Marcus Romer spielt mit den Ausdrucksformen des Kinos und nimmt sie kritisch ins Visier. Alles hier ist Geschwindigkeit und Rausch, wer bremst verliert, und keiner schaut zurück.” (Kieler Nachrichten, 18.05.06)

Quelle: www.theaterstueckverlag.de


PUNK ROCK
Schauspiel von Simon Stephens

Regie: Boris Motzki
Choreographie: Mario Heinemann Jaillet

Schauspiel: Boris C. Motzki inszeniert „Punk Rock“
Dunkle Jugend
Von unserem Mitarbeiter Bernd Mand

“Ich habe es getan” sagt William Carlisle, gespielt von Edgar Diel, und macht eine kurze Pause – “weil ich kann.” Vielmehr Erklärung braucht es am Ende auch kaum noch, wenn in Simon Stephens “Punk Rock” das Licht erlöscht und finales Schwarz die Stuhlreihenbühne im Theater Felina Areal füllt. Ein drastisch dramatisches Ende für die Geschichte von sieben Jugendlichen auf einer englischen Privatschule, die Regisseur Boris C. Motzki in einer klug spannenden Raumspiegelung mit zwei gegenübergestellten Zuschauertribünen behutsam wachsen lässt.

Hoher Leistungsdruck

Lilly (Ekaterina Ivanova) ist neu an der Schule und trifft in der Oberstufenbibliothek auf sechs Mitschüler, die alle unter hohem Leistungsdruck stehen und wohl vor allem mit der Aufgabe zu kämpfen haben, die neue Elite des Landes zu werden. Machtspiele zwischen dem arroganten Zyniker Bennett (Ralph Opferkuch) und dem introvertierten und überintelligenten Chadwick, gespielt von Roman Kimmich, und Stellungskämpfe zwischen der unter hohen elterlichen Anforderungen leidenden Cissy (Selina Böhms) und Tanya (Laura Kaiser), die bereits jetzt von der Familienplanung träumt, gehören zum alltäglichen Schulbild. Als sich Lilly in den Lacrossespieler Nicholas (Benjamin Wendel) verliebt und William abblitzen lässt, beginnt die angespannte Situation endgültig zu kippen.
Motzki baut mit der Absolventenklasse der Theaterakademie einen aufwendig verwobenen Dialogabend mit klarer Typenzeichnung, der die Spannung langsam hochköcheln lässt. Vielleicht manchmal ein wenig zu langsam und stockend, aber mit einem klaren Blick auf die Stückstruktur, der zum musikalischen Leitmotiv von Radioheads “Creep” immer wieder hinter die Fassaden der jugendlichen Figuren schaut. Und mit dichtem Spiel seiner Darsteller ein rund gebautes und nachdenkliches Stück auf die Bühne bringt, das dem Zuschauer auch immer gleich noch den Spiegel vors Gesicht zu halten scheint.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 07.03.2014

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DER GOLDENE DRACHE
Schauspiel von Roland Schimmelpfennig

Regie: Anna-Lena Kühner
Produktionsleitung: Patrick Borchardt

Es ist angerichtet. Thaisuppe mit Hühnerfleisch und dem blutigen, kariösen Zahn eines illegalen Asiaten, scharf: Absolventen der Theaterakademie Mannheim (THAM) wagten sich bei ihrer Abschlussinszenierung an Roland Schimmelpfennigs Sozialdrama „Der goldene Drache“.
Ein flaches Podest markiert im Theater Felina Areal die Spielfläche, um die herum Requisiten und Kostüme an Fleischerhaken einsatzbereit von der Decke baumeln.
Wie in der engen Küche des Asia- Restaurants gilt auch in Anna-Lena Kühners Inszenierung Schnelligkeit als oberstes Gebot. Sechs Schauspielerinnen und zwei Schauspieler rotten sich immer wieder chorisch zusammen, zerfallen in Lager, um im steten Wechsel in zerrütteten Paar beziehungen, als Großvater und Enkelin oder einer erdenden Tierparabel aus der Menge hervorzutreten. Nah am Text und präzise pointiert jagt Kühner das starke Ensemble durch die vielen Rollen und lässt den Darstellern dabei genügend Raum, ihre Fähigkeiten unter Beweis zustellen.Derart temporeich in Szene gesetzt, scheint Schimmelpfennigs komplexe Dramaturgie der Abschlussklasse dieses Jahres regelrecht als Ventil für ihre aufgestaute Spielwut zu dienen und zu einem herausragenden Abgang.
Quelle: Mannheimer Morgen

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DER HÄSSLICHE
Schauspiel von Marius von Mayenburg

Regie: Sven Prietz
Regieassistenz: Patrick Borchardt
Choreographie: Mario Heinemann Jaillet

Nationaltheater-Schauspieler Sven Prietz inszeniert zusammen mit Absolventen der Theaterakademie Mayenburgs „Der Hässliche“

In Schönheit stirbt das Ich
Schauspiel: Marius von Mayenburgs „Der Hässliche“ als Aufführung der Theaterakademie in Mannheim

Für seine Abschluss-Inszenierung hat der aktuelle Jahrgang der Theaterakademie Mannheim Marius von Mayenburgs Stück „Der Hässliche“ ausgewählt. Eine sehr gute Idee: Das aus drei Männern und einer Frau bestehende Ensemble brachte eine rasante Komödie auf die Bühne des Theaters Felina- Areal. Regie führte der Nationaltheater- Schauspieler Sven Prietz. Die Wahrheit ist hart, und sie wird auch nicht beschönigt: Lette ist ein hässlicher Mensch, er sieht einfach absolut schauderhaft aus. Ohne Umschweife und ohne die mildernde Verwendung beschönigender Floskeln sagt ihm das seine Umgebung auch – seine Frau, sein Chef, sein Assistent sogar. Das ganze Gesicht ist so unmöglich, dass der Mann auf keinen Fall wie geplant die Präsentation seiner eigenen Erfindung – eines Steckverbinders – auf einem Kongress vornehmen kann. An dieser, allerdings auch wirklich nur an dieser Stelle ist die Fantasie des Zuschauers gefragt. Denn natürlich ist Markus Schultz, der den Lette spielt, überhaupt kein hässlicher Mensch, er sieht sogar ganz gut aus. Aber was sind das eigentlich auch für Kategorien: hässlich, gutaussehend? Wer definiert sie und wer entscheidet darüber, für wen welches Urteil gilt? Fragen, die Sven Prietz‘ Inszenierung ganz subtil und nebenbei stellt. Lettes Lösung des Problems besteht zunächst darin, sich – seines Selbstbewusstseins beraubt – auf den OP-Tisch eines Schönheitschirurgen (Benjamin Dami) zu legen, der die Verhübschung seines ach so furchtbar hässlichen Gesichts als „interessante Herausforderung“ begreift.Das Laken allerdings, das die Arzthelferin (Canan Kir) über den Patienten breitet, hat etwas von einem Leichentuch. Und tatsächlich stirbt hier etwas, in einem schleichenden Prozess, der mit der Operation begonnen hat: Lettes Identität. Weil er mit dem neuen Gesicht so erfolgreich ist, beginnt der Arzt es bald massenhaft zu vertreiben. Und plötzlich hat jeder diese Gesichtszüge, die gleiche Nase, die symmetrische Augenpartie.
Sogar Karlmann, der Assistent (Felix Berchtold), sieht jetzt aus wie der neue Lette. Autor Marius von Mayenburg hat noch einige Elemente eingebaut, die die Komödie zur Farce werden lassen, und Regisseur Sven Prietz hat sie dankbar aufgenommen. Da taucht plötzlich eine reiche alte Frau auf, die Lette verführt, und zwar gemeinsam mit ihrem zur homosexuellen Attitüde neigenden Sohn. Allerdings sind sie sich bald nicht mehr sicher, wen sie da in ihrer Mitte haben – die sehen ja alle gleich aus. Auch Lettes Frau kann bald nicht mehr auseinanderhalten, mit wem genau sie ein außereheliches Verhältnis pflegt. Und am Ende weiß auch Lette selbst nicht mehr, wer er eigentlich ist: „Ich kann nicht leben ohne mich.“ Als die Geschichte komplett ins Groteske abzudriften droht, ist sie zu Ende erzählt. Genau rechtzeitig. Und die vier Mitglieder des Quartetts sind von Schauspielschülern zu Schauspielern geworden: mit einem großartigen Stück, wie sie es hoffentlich noch oft spielen werden – voller Tempo, Witz und Dynamik. Schon das Zuschauen hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.
Quelle: Rheinpfalz
Fotos: Simone Cihlar

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Lieblingsmenschen
Schauspiel von Laura de Weck

Regie: Boris Motzki
Choreographie: Mario Heinemann Jaillet

Schauspiel: Theaterakademie Mannheim glänzt mit “Lieblingsmenschen”

Kurznachricht mit Tiefgang überzeugt am Felina-Theater
Die SMS ist unbestritten das Medium der Unverbindlichkeit. Man antwortet, wann es eben passt, oder auch gar nicht, wohl wissend, dass 160 Zeichen ohnehin keinen passenden Rahmen für eine ernstzunehmende Unterhaltung stellen. Auf dieser Grundlage begegnet die Schauspielerin und Autorin Laura de Weck ihrer eigenen Generation. Kurz angebunden und distanziert reden auch ihre “Lieblingsmenschen”: junge Studierende zwischen Prüfungsstress und der diffusen Angst, jenseits von Hörsaal und Bibliothek ein Stückchen Jugend zu versäumen, ziellos aneinander vorbei. Das 2007 am Theater Basel uraufgeführte Schauspiel konfrontiert nun unter der Regie von Boris C. Motzki die Absolventen der Theaterakademie Mannheim nicht nur mit einem fein geschliffenen Wort-Reigen, sondern ” so scheint es ” auch mit sich selbst.

Kämpfen gegen Einsamkeit

Denn haben die im Theater Felina Areal durch den Bühnenboden bedeckenden Leergut-Teppich watenden Nachwuchsdarsteller erst einmal ins Spiel gefunden, gehen sie allesamtherrlich komisch darin auf. Ob nun die einfältige Schauspielschülerin Jule (Svetlana Wall), die seltsam geerdete Philosophiestudentin Anna (Katrin Reuter), der trottelige Mitläufer Sven (Dennis Rehner) oder die angehende Psychologin Lilli, welcher Marion Bott glanzvolle Spielmomente schenkt – sie treffen einander an der Oberfläche und kämpfen kopulierend gegen die allen gemeine Einsamkeit an. Ohne Erfolg. Zusehens tun sich hinter den Belanglosigkeiten der Kommunikations-Versager tiefenmenschliche Abgründe auf, werden ausgerechnet die grandios von Motzki rhythmisierten SMS-Episoden zu Chronisten einer Katastrophe, der allein Darius (Gast: Roman Kimmich) entkommt, und die letztlich den nie anwesenden aber stets thematisierten
Außenseiter Philipp gar in den Selbstmord treibt seine sechsjährige Beziehung zu Anna endet vernichtend mit einer Kurznachricht.

Denis Baranski
Quelle: Mannheimer Morgen

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PREPARADISE SORRY NOW
Schauspiel R.W. Fassbinder

Regie: Andreas Manz
Choreographie: Mario Heinemann Jaillet

Schauspiel: Theaterakademie bringt Fassbinders “Preparadise Sorry Now” auf die Felina-Bühne

Von unserem Mitarbeiter Bernd Mand
Die Lage scheint nicht günstig. Für keinen von uns. So jedenfalls kommt es einem nach dem Besuch von Rainer Werner Fassbinders “Preparadise Sorry Now” im Mannheimer Theater Felina-Areal erst einmal vor. Die Abschlussklasse der Theaterakademie hat sich hier unter der Regie von Andreas Manz der sperrigen Stückvorlage angenommen und in knapp anderthalb Stunden ein dunkel glänzendes Nummernspiel über den Bühnenboden geschoben. Fassbinders Text entstand 1969 als polemische Reaktion auf die performative Inszenierung “Paradise Now” des amerikanischen Living Theatre, welche der grundsätzlichen Frage nachgeht, inwiefern sich Utopien in der Gesellschaft verwirklichen lassen. Und dabei ein recht hoffnungsvolles Ergebnis vermerkt.
Fassbinder sieht die Angelegenheit skeptisch und skizziert in seiner Collage einen radikalen Gegenentwurf, eine Revue der Unmöglichkeiten. Als roter Faden zieht sich die Geschichte der Kindsmörder Ian Brady und Mira Hanley durch die Textcollage, die in den sechziger Jahren in England gemeinsam sechs Kinder missbrauchten, folterten und umbrachten. Den Todeskampf ihrer Opfer dokumentierten sie mit Tonband und Fotoapparat.
Das sechsköpfige Ensemble erzählt die Geschichte der beiden im Halbdunkel der offenen Bühne. In chorischem Gleichschritt zieht es den Zuschauer dabei Stück für Stück tiefer in die Geschichte hinein. Immer wieder schieben sich alltägliche Szenen zwischen die Erzählchöre, die, wie Fassbinder es nannte, das “faschistoide Grundverhalten im Alltag” zeigen. Es geht hier viel um Prostitution, Moralvorstellungen und gewaltsame Durchsetzung der eigenen Ideologie. Das junge Ensemble springt dabei schrittsicher und mit großer Genauigkeit von einer Seelenverletzung zur nächsten.

Dichtes Spannungsspiel

Judith Achner, Daniel Baczyk, Felix Berchtold, Helene Bohrmann, Miriam Grimm und Andreas Krüger werfen sich handfest in den grausamen Reigen und schaffen ein dichtes Spannungsspiel, das sich oftmals lautstark gegen die rigide Form des Abends zu wehren scheint. Nüchtern und streng hat Andreas Manz das Bühnengeschehen konstruiert. Knappes Dunkel rhythmisiert die Szenenwechsel des assoziativen Nummernspiels, das geprägt ist von Motiven der christlichen Liturgie und archaischer Rituale.
Über allem liegt eine übermächtige dramaturgische Strenge, die den Spannungsbogen jedoch nicht ganz bis zum Ende aufrechterhalten kann. Eine bedrückende Versuchsanordnung, die in ihrer drastischen sprachlichen und darstellerischen Direktheit seltsam unzeitgemäß erscheint und gleichzeitig ein erschreckend genaues Bild vom menschlichen Streben nach Macht und Überlegenheit zeichnet, dessen Gültigkeit man kaum bestreiten kann.
Quelle: Mannheimer Morgen

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